Kuriose Bräuche: So feiert man den Valentinstag weltweit
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Kuriose Bräuche: So feiert man den Valentinstag weltweit

Der Tag der Liebe begeistert Verliebte weltweit – und nicht nur die. Der von Mythen umrankte Valentinstag erfüllt alle Voraussetzungen für einen Feiertag, den Menschen leicht lieb gewinnen können. Aber muss man es »Valentinstag« nennen, wenn man seiner Angebeteten etwas Schönes schenken möchte, und wer wird überhaupt wo bedacht? Jede Kultur findet darauf ihre eigene Antwort, wie sechs Beispiele aus Europa und Asien zeigen werden:

 

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Unabhängig davon, ob Mitte des 20. Jahrhunderts die Interessen von Süßwarenproduzenten oder des Blumenhandels dazu führten, dass sich der Valentinstag weltweit in unterschiedlichen Kulturen etablierte: Überall auf der Welt bekunden sich Menschen an einem festgelegten Datum wie dem 14. Februar ihre Zuneigung. So unterschiedlich die Bräuche zum Valentinstag auch sein mögen, so zeigen sie doch, dass allen etwas daran liegt, ihrer Liebe Ausdruck zu verleihen.

Natürlich wird dabei auch die Frage »Wer beschenkt wen, und wie viel soll es kosten?« verhandelt. Liebe zu schenken ist nun mal kein leichtes Thema. Wie also sieht es mit dem Thema Geschenke zum Valentinstag in den verschiedenen Nationen aus? Wir haben uns mal umgeschaut.

 

 

Überwiegend klassisch: In Deutschland freut sich meist die Dame

In Deutschland werden vor allem rote Rosen als Zeichen persönlicher Zuneigung verschenkt. Die nach dem Zweiten Weltkrieg in der Bundesrepublik stationierten US-Soldaten führten den charmanten Brauch ein, am 14. Februar Blumen, Süßigkeiten sowie eine Karte mit Liebesgruß als Zeichen für romantische Liebe zu überreichen.

In Deutschland steht am Valentinstag daher traditionell das Werben des Mannes um die Frau im Zentrum. Auch wenn das in Zeiten, in denen die Gesellschaft von solchen festgeschriebenen Rollenbildern Abschied nimmt, etwas altmodisch wirkt, bleibt festzuhalten, dass am Valentinstag hierzulande eher einer dem anderen etwas schenkt, als dass beide einander beschenken.

Ein Vorschlag zur Güte: Liebe Frauen, liebe Männer, ihr seid frei. Wenn ihr dieses Jahr keine müden Schnittblumen von der Tankstelle verschenken wollt, überlegt doch mal kurz, welche Kleinigkeit euer Schatz wirklich gut gebrauchen könnten und überlegt euch eine schöne Geschenkidee zum Valentinstag.

 

 

Geregelte Verhältnisse: der Valentinstag in Japan

Am 14. Februar folgen viele japanische Frauen alljährlich Tradition, dunkle Schokolade zu verschenken. Dabei wird möglichst jeder männliche Verwandte, Freund, Kollege, natürlich der Ehemann, besonders aber der Chef bedacht. Die Schokolade ist hierbei vor allem Zeichen von Zuneigung im freundschaftlichen Sinne sowie von Respekt.

Auch in Japan hat möglicherweise das Wirtschaftswachstum nach dem Zweiten Weltkrieg dazu geführt, dass der Brauch sich in heutiger Form etablieren konnte. Die Initiative zur Einführung des Valentinstags wird dem Süßwarenhersteller Morinaga zugeschrieben. Dessen Marketingstrategie nahm geschickt Bezug auf den Brauch, japanische Rezepte zum Herstellen von Schokolade über Generationen innerhalb der Familien weiterzugeben – von Frau zu Frau. Das Ziel war und ist dabei, Liebe auf bewusste und traditionelle Art öffentlich ausdrücken zu können.

Fairerweise feiert man in Japan vier Wochen nach dem Valentinstag den »White Day«. Dann ist es an den Herren, die Respektsbekundung zu erwidern und sich mit (weißer) Schokolade bei den Damen zu bedanken.

 

 

Liebe geht durch das Bücherregal – zumindest in Spanien

Was den Deutschen ihr Valentinstag, das ist den Katalanen ihr Drachentötertag (Diada de Sant Jordi). Sant Jordi ist der Schutzpatron Kataloniens. Der Legende zufolge tötete er einen Drachen, um eine Prinzessin zu befreien – jedoch nicht um sie zu heiraten, sondern um sie zu taufen. Er gilt auch als Schutzheiliger der Geliebten.

1931 wurde dieser katholische Feiertag offiziell mit dem »Welttag des Buches« fusioniert, der in Spanien anlässlich des Todestags eines anderen Nationalhelden, des bedeutenden Schriftstellers Miguel de Cervantes, auf den 23. April gelegt wurde.

Auf der Iberischen Halbinsel bekommen die männlichen Partner und Freunde am 23. April traditionell Bücher geschenkt, während die Frauen mit (mindestens) einer Rose bedacht werden (Verhältnis verkaufter Bücher zu verkauften Rosen am Diada de Sant Jordi 2016: eins zu vier). Der Akt des Schenkens wird dabei zum öffentlichen Event: Auf den Ramblas in Barcelona tummeln sich Menschenmassen um extra aufgebaute Büchertische und Rosenstände, beschenken ihre Liebsten und nehmen Geschenke entgegen.

 

 

Hauptsache, die Form stimmt: die schwedische Version

Eines der jüngsten Mitglieder im weltweiten Club der Nationen, die den Tag der Liebe feiern, ist Schweden. Seit den 1980er Jahren begeht man am 14. Februar den »Alla hjärtans dag«, indem man zum Beispiel Weingummi oder Schokolade in Herzform an seine Angebeteten und Liebsten verschenkt. Wie auch in Deutschland und Spanien werden rote Rosen als Zeichen der Zuneigung an Frauen verschenkt. Herzförmige Süßigkeiten sowie Gebäck sind als Gabe für alle Geschlechter üblich.

Die Schweden orientieren sich am „Allerherzentag“ also nicht so sehr an einem vorgegebenen Geschenkekatalog nebst festgelegten Ritualen, sondern die wichtigste Bedingung ist die Herzform beziehungsweise ein auf der Verpackung abgebildetes Herz. Natürlich lassen sich an einem solchen Tag alle möglichen Waren und Dienstleistungen, die als Geschenk dienen können, hervorragend verkaufen.

Man kann dahinter hauptsächlich wirtschaftliche Interessen sehen. Aber man kann sich zumindest auch in Erinnerung rufen, dass die Freiheit zu schenken, wem man etwas schenken möchte, nicht überall auf der Welt eine Selbstverständlichkeit ist.

 

 

Nicht nur für Verliebte: der Valentinstag in Finnland

In Finnland ist der 14. Februar nicht nur den Verliebten gewidmet. Hier feiert man den „Ystävänpäivä“, was so viel bedeutet wie „Tag der Freunde“. Neben seinem Partner schenkt man auch seinen Freunden eine Kleinigkeit, meist eine Karte oder etwas Herzförmiges, um diesen zu zeigen, wie dankbar man für ihre Freundschaft ist.

Ins Leben gerufen hat diese Tradition das Finnische Rote Kreuz. Anfang der 1980er Jahre griff man dort die Idee des Valentinstag auf und verteilte die ersten Grußkarten für Freunde.

In den meisten finnischen Schulen und Kindergärten ist es inzwischen Brauch, dass die Kinder sich selbst gebastelte Herzen aus Pappe umhängen, um damit durch das Gebäude zu ziehen und Sprüche oder Umarmungen von Lehrern, Gruppenleitern und anderen Kindern zu sammeln.

 

 

Strenge Sitten: In Pakistan herrscht Rote-Rosen-Verbot

Ganz anders sieht man das Thema in Pakistan: Dort wurde der Valentinstag inzwischen offiziell abgeschafft. 2017 hat ein Gericht den Menschen im Land verboten, den Tag der Verliebten öffentlich zu feiern. Auch den Medien ist es untersagt, Werbung zum Valentinstag zu veröffentlichen. Begründung: Der Brauch verstoße gegen die pakistanische Kultur und Religion. Eingereicht hatte die Klage ein Privatmann, der um die Sittlichkeit fürchtete.

Bereits im Jahr zuvor hatte der pakistanische Präsident Mamnoon Hussain die Menschen aufgefordert, den Valentinstag nicht zu feiern, was allerdings von den Pakistanern ignoriert wurde. Religiöse Gruppen und die größte islamische Partei in Pakistan bezeichnen den Brauch als antiislamisch und werben stattdessen für einen „Bescheidenheitstag“.

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